Schon im Jahre 2001 wurde von einem deutschen Auktionshaus einer der großen Cherubköpfe vom Korb der Rodenkirchener Kanzel zur Versteigerung aufgerufen, ohne dass es von den wissenden Kunsthistorikern oder der Kirchengemeinde bemerkt wurde. Bei der letzten Restaurierung 2009 fehlten allein drei der insgesamt sechs ehemals vorhandenen ausdrucksvollen geflügelten Engelsköpfe; sie wurden vom Restaurator Uwe Pleninger durch hervorragend gestaltete Kopien ersetzt.
Im Sommer letzten Jahres „entdeckte“ die im Landesmuseum Oldenburg für die Alte Kunst zuständige Konservatorin Dr. Anna Heinze ein neues „Angebot“ zweier Münstermann-Cherubköpfe im Katalog eines Berliner Auktionshauses und setzte sich umgehend mit dem Vorsitzenden der Ludwig-Münstermann-Gesellschaft mit Wohnsitz in Berlin in Verbindung. Schnell war klar, dass die eher kleinen Engelsköpfe von den Sockel-Spangen der Hauptsäulen am Altar in Rodenkirchen stammen, von deren ursprünglich sechzehn nur vier „überlebt“ hatten. So konnte durch alsobald erfolgte Autopsie die Originalität der zierlichen ausdrucksvollen und recht gut erhaltenen Münstermann-Arbeiten festgestellt, der zugleich informierte und interessierte Kirchbauverein in Rodenkirchen motiviert werden, dieselben zu ersteigern. Das gelang sogar zum aufgerufenen Schätzpreis und die für uns so kostbaren Stücke sind nunmehr von professioneller Hand wieder an ihren angestammten Orten dem Altar eingefügt worden.
Die Ludwig-Münstermann-Gesellschaft mag dieses effektive, weil kenntnisreiche Zusammenfügen der motivierten Kräfte von Landesmuseum und Kirchengemeinde – ganz im Sinne ihres selbstbestimmten Auftrages – als besonderen Erfolg ihrer Arbeit feiern!
